Teil 1 und 2
Texte
Wenn die Schöpfung Augen hätte! Teil 1
Man stelle sich vor, die sogenannte Schöpfung wäre kein abstrakter Begriff, kein religiöses Echo, keine poetische Metapher, sondern ein fühlendes Wesen, ausgestattet mit Blick, Bewusstsein und Erinnerung. Ein Wesen, das vor Milliarden Jahren den ersten Atemzug des Lebens beobachtet hat. Ein Wesen, das die geduldige, unendliche Arbeit der Evolution kennt – vom ersten Molekül bis zu uns. Ein Wesen, das den Ozeanen Gestalt gab, den Wäldern Wachstum schenkte, den Kontinenten Bewegung verlieh. Was würde dieses Wesen empfinden, wenn es heute auf die Erde blickte? Die Antwort wäre vermutlich alles andere als triumphierend.
Die Schöpfung wäre nicht stolz. Nicht überwältigt. Nicht gerührt.
Sie wäre gezeichnet. Erschöpft. Und vielleicht – wenn sie die Fähigkeit dazu hätte – zutiefst enttäuscht. Denn von allen Möglichkeiten, die sich der Menschheit eröffneten, entschied sie sich ausgerechnet für jene, die die Schöpfung am stärksten belasten:
• ein Klima, das schneller kippt, als Wissenschaftler es dokumentieren können
• Meere, die ersticken, während die Küstenstädte untergehen
• Böden, die ihre Fruchtbarkeit verlieren
• Arten, die verschwinden, ohne dass es jemand bemerkt
• Atmosphären, die sich aufheizen wie ein überlastetes Triebwerk
Es ist, als hätte die Menschheit eine Schatztruhe geöffnet – und statt das Gold zu hüten, begann sie, es zu verbrennen.
• Meere, die ersticken, während die Küstenstädte untergehen
• Böden, die ihre Fruchtbarkeit verlieren
• Arten, die verschwinden, ohne dass es jemand bemerkt
• Atmosphären, die sich aufheizen wie ein überlastetes Triebwerk
Es ist, als hätte die Menschheit eine Schatztruhe geöffnet – und statt das Gold zu hüten, begann sie, es zu verbrennen.
Wenn die Schöpfung Augen hätte! Teil 2 (Die Warnungen, die niemand hören will)
Die Schöpfung wäre jedoch nicht nur entsetzt über das, was mit der Natur geschieht. Sie würde auch auf jene blicken, die die Natur hervorgebracht hat: uns. Und dort würde sie ein zweites Drama erkennen. Denn obwohl die Wissenschaft seit Jahrzehnten Alarm schlägt, obwohl Hitzewellen, Fluten, politische Spaltungen und soziale Verletzungen längst sichtbar sind, benimmt sich die Menschheit, als gäbe es unendlich viel Zeit.- Autokratische Systeme wachsen.
- Populistische Parteien florieren.
- Demokratische Werte erodieren.
- Gefühle triumphieren über Fakten.
- Bequemlichkeit besiegt Vernunft.
Wäre die Schöpfung ein Wesen, sie würde verstehen, dass Chaos Teil des Lebens ist. Aber sie würde nicht verstehen, warum eine Spezies, die denken kann, sich weigert, es zu tun. Die Menschheit hat Möglichkeiten, die kein anderes Lebewesen je hatte: Sie kann vorausplanen. Sie kann reflektieren. Sie kann lernen. Und doch handelt sie, als wäre die Zukunft ein Märchen, das sich schon irgendwie selbst schreiben wird.
Die geplagte Schöpfung würde fragen:
• Warum schaut ihr weg?
• Warum hört ihr nicht zu?
• Warum wiederholt ihr Fehler, die längst sichtbar sind?
• Warum zerstört ihr das Einzige, was euch am Leben hält?
Es wäre keine wütende Frage. Keine zornige Anklage. Sondern die ehrliche Verwunderung eines Wesens, das Milliarden Jahre investierte – und nun zusehen muss, wie ein einziger Zweig seiner Schöpfung den gesamten Baum gefährdet.
• Warum hört ihr nicht zu?
• Warum wiederholt ihr Fehler, die längst sichtbar sind?
• Warum zerstört ihr das Einzige, was euch am Leben hält?
Es wäre keine wütende Frage. Keine zornige Anklage. Sondern die ehrliche Verwunderung eines Wesens, das Milliarden Jahre investierte – und nun zusehen muss, wie ein einziger Zweig seiner Schöpfung den gesamten Baum gefährdet.










